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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Corona-Schlaglicht aus Afrika: Der "Water Man" (Teil 3/3)

Corona-Schlaglicht aus Afrika: Der "Water Man" (Teil 3/3)

6. Juli 2020 - von Elikanah Ng'ang'a - 0 Kommentare

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Besondere Situationen verlangen besondere Maßnahmen. Wenn ein arbeitsloser Schulbusfahrer ( "Water Man", Blog Teil 1) selbstlos und unentgeltlich eine Händewaschstation in Nairobi betreiben kann, dann gibt es sicher noch weitere Beispiele für solidarisches Handeln. Auch Oikocredit-Partner sind bekannt für ihren Ideenreichtum. Welche Maßnahmen landwirtschaftliche Unternehmen in der Elfenbeinküste, Kenia und Ruanda in Corona-Zeiten ergriffen haben, darüber berichtet Oikocredit-Mitarbeiter Elikanah Ng'ang'a aus Nairobi.

Oikocredit finanziert mehr als 150 Partnerorganisationen in der Landwirtschaft. Der Fokus liegt dabei auf ressourcenschonendem, kleinbäuerlichen Anbau, der meist nur geringe Einkommen für die Familien erwirtschaftet. Bei den Produkten hat sich Oikocredit vor allem auf Kaffee, Kakao, Tee und Nüsse spezialisiert.

Unter den Partnern ist auch Ecamom. Die in der Elfenbeinküste ansässige landwirtschaftliche Genossenschaft produziert Kakao. Die Geschäftsführung von Ecamom berichtete nun, dass durch den Lockdown die Kakaobohnenernte in den Monaten April und Mai um 50 Prozent zurückgegangen sei. Die einhergehenden Einkommenseinbußen seien so groß gewesen, dass die Kleinbauern nur mit Mühe ihre Familien versorgen konnten. Für Investitionen in ihre Betriebe zur Vorbereitung der nächsten Ernte reichte das Geld nicht aus.

Folglich konnten sich die meisten Kakaobäuer*innen die Barvorauszahlung in Höhe von 20 Prozent für Dünger und Pflanzenschutzmittel auch nicht leisten. Bisher hatten die Bäuer*innen diesen Beitrag immer bezahlt und die Genossenschaft war dann in ihrem Namen im April an die Lieferanten herangetreten. Nachdem die Bäuer*innen dieses Jahr nicht zahlen konnten, beschloss die Genossenschaft, den Betrag für rund 800 Bäuer*innen vorzuschießen, insgesamt umgerechnet etwa 53.000 Euro. Ohne diese Maßnahme stünden die Chancen schlecht, dass die Bäuer*innen die Pandemie überstehen werden.

Erhöhung der Ab-Hof-Preise für Kleinbäuer*innen

In Kenia hingegen machten beispielsweise die gestiegenen Arbeitskosten den Landwirten des Oikocredit-Partners Greenforest Foods Ltd zu schaffen. Das mittelständische Unternehmen Greenforest kauft und verarbeitet Nüsse und Honig von Kleinbäuer*innen in Kenia und Tansania. Bei letzteren führten die Abstandsregelungen dazu, dass weniger Menschen gleichzeitig auf den Feldern arbeiten konnten. Zudem gab es Ausgangsbeschränkungen, so dass Gelegenheitsarbeiter*innen aus nahegelegenen landwirtschaftlichen Betrieben mehr für ihre Arbeit verlangen konnten.

Hier griff Greenforest den Kleinbauern finanziell unter die Arme. Damit die gestiegenen Kosten bei den Kleinbauernfamilien nicht zu Einkommenseinbußen führten, hat Greenforest die Abnahmepreise erhöht. Gleichzeitig hat Greenforest aber den Preis für Endverbraucher*innen nicht angehoben. Das Unternehmen trägt somit die höheren Kosten allein.

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Milchkühe für eine ausgewogene Ernährung der Kinder

Ein besonders erbauliches Beispiel für solidarisches Handeln kommt aus Ruanda. Dort kauft der Oikocredit-Partner Bufcoffee Kaffee von Kleinbäuer*innen. Als die ruandische Regierung die Schließung der Schulen anordnete, beschloss die Organisation eine außergewöhnliche Aktion. Dabei hatte Bufcoffee vor allem die Kinder seiner einkommensschwächsten Kleinbauern im Blick. Deren ausgewogene Ernährung - die Grundlage für ein gesundes Immunsystem - sollte gesichert werden. Denn normalerweise erhalten die Kinder ja in der Schule ihr Essen. Da es nun keinen Schulbesuch mehr gab, beschloss Bufcoffee, diesen Familien übergangsweise eine Milchkuh zur Verfügung zu stellen.

Die Frage, wie man bei der Kaffeebohnen-Ernte Abstand hält, versuchte Impexcor, ein Kaffeeproduzent in Ruanda, zu beantworten. Neben anderen Maßnahmen schulte das Unternehmen die Bäuer*innen darin, wie man die Covid-19-Richtlinien auf dem Feld einhält. Zum Beispiel musste festgelegt werden, dass immer nur eine Person an einer Kaffeepflanze arbeitet. Außerdem stellten sie den Bäuer*innen an den Kaffeewaschstationen kostenlos Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und Seife zur Verfügung. „Wir brauchen gesunde Bauern und Bäuerinnen, jetzt und in den kommenden Jahreszeiten“, sagt Impexcor. Auch Oikocredit leistet dazu ihren Beitrag. Neben Finanzierungen unterstützt Oikocredit die Organisation dabei, Bäuer*innen zu schulen, um mehr Einkommen aus ihrem Kaffeeanbau zu erzielen. Mit einer Diversifizierung ihres Anbaus sollen sie zudem besser gegen das Auf und Ab der Kaffeepreise gewappnet sein.

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