Was sind Förderkreise?

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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Die sieben deutschen Förderkreise setzen sich für weltweite Solidarität und soziale Gerechtigkeit ein. Sie leisten entwicklungspolitische Bildungsarbeit und bieten die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Eine Investition in die Zukunft unseres Planeten

Eine Investition in die Zukunft unseres Planeten

aqua for all web asset.png01. November 2022

Mirjam ‘t Lam, Managing Director Oikocredit International, spricht über die Kooperation mit Aqua for All und erläutert, warum dies eine Investition in die Zukunft unseres Planeten ist

Im Juni 2022 vereinbarten die gemeinnützige Organisation Aqua for All und Oikocredit eine zweijährige Kooperation. Aqua for All ist auf innovative Finanzierungslösungen für Wasserwirtschaft und Sanitäreinrichtungen spezialisiert. Ziel der Kooperation ist es, in Asien und Afrika den Zugang zu sauberem Trinkwasser und angemessenen sanitären Einrichtungen zu verbessern. Dazu werden marktorientierte Wasser-, Sanitär- und Hygieneprojekte („WASH“) finanziert und De-Risking-Strategien bzw. Leistungsanreize angeboten 

„Ich arbeite seit zehn Jahren im Bereich Impact Investing und Entwicklungsfinanzierung“, so ‘t Lam. „Als ich 2009 im Auftrag der Rabobank in Ruanda die Wirkungen von 63 Infrastrukturprojekten evaluierte, kam ich erstmals mit dem Konzept des Impact Investings in Berührung und war gleich begeistert. Mir wurde klar, dass ich tatsächlich etwas bewegen kann, wenn ich meine Expertise in Entwicklungsländern einsetze. Seither habe ich immer in Bereichen gearbeitet, in denen ich zumindest teilweise mit wirkungsorientierten Investitionen zu tun hatte.“   

Wendepunkt für die Genossenschaft 

Mirjam ‘t Lam begann ihre Tätigkeit bei Oikocredit International im November 2020 zunächst als Directorof Finance & Risk. Ein Jahr später wurde sie zum Managing Director ernannt. Dies markierte einen Wendepunkt für die Genossenschaft, die sich unter ‘t Lams Leitung strategisch neu ausrichtete.  Laut ‘t Lam wollte die Genossenschaft, die bereits in den Bereichen erneuerbare Energien und nachhaltige landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten aktiv ist, ihre Reichweite durch Besetzung neuer Themen erweitern.  

„Es geht uns darum, positiven Wandel für wirtschaftlich benachteiligte Menschen im Globalen Süden anzustoßen, indem wir Anlegerkapital mobilisieren”, so t’Lam. Unsere neue strategische Ausrichtung beruht auf der Einsicht, dass Zugang zu Finanzierung allein nicht reicht. Um einen strukturellen Wandel zu erreichen, müssen wir uns auf die Gemeinschaften konzentrieren und die Faktoren, die ihre Widerstandskraft in Krisen stärken. Starke Gemeinschaften widersetzen sich dem Klimawandel, bekämpfen Armut und Krankheit, schaffen Arbeitsplätze und sind auf lange Sicht nachhaltiger. Genau das konnten wir während der Pandemie beobachten: Wenn Gemeinschaften zusammenarbeiten, profitiert davon jede*r Einzelne.“  

Förderung eines nachhaltigen Wasser- und Sanitär-Ökosystems 

Zugang zu sauberem Trinkwasser und angemessenen Sanitäranlagen ist für die nachhaltige Entwicklung von besonderer Bedeutung, da dieser Faktor häufig die Voraussetzung für das Erreichen anderer nachhaltiger Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) ist. 

Mirjam ‘t Lam erklärt „Aus der Marktforschung wissen wir, dass sich neben unseren angestammten Schwerpunktbereichen – erneuerbare Energien, inklusives Finanzwesen und nachhaltige Landwirtschaft – durch die Stärkung von WASH-Faktoren (Wasser, Sanitäranlagen und Hygiene) sowie Wohnen, Bildung und Gemeinschaftsinfrastruktur die Widerstandskraft stärken lässt. Wir haben dies mit unseren Mitgliedern und anderen Stakeholdern, wie Partnerorganisationen und Mitarbeitenden, diskutiert und waren uns einig, dass ein Engagement in diesen Sektoren zu unseren Zielsetzungen passt.“   

Zugang zu sauberem Wasser ein Menschenrecht 

„Wasser ist lebensnotwendigund jeder Mensch hat das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser”, erläutert ‘t Lam.Leider ist dies kein universelles Recht. Etwa zwei Milliarden Menschen auf der Welt verfügen nicht über eine sichere Trinkwasserversorgung und über drei Milliarden haben keine richtigen Toiletten – es gibt also einen riesigen Bedarf an WASH-Projekten im Globalen Süden. Wir sind überzeugt, dass der Aufbau eines ‚Ökosystems‘ aus lokalen Regierungen, Mikrofinanzinstitutionen, Unternehmen und anderen Interessengruppen ein sinnvoller Ansatz ist, um den Zugang zu sauberem Wasser zu verbessern. Auf dieser Basis können wir unsere Aktivitäten dann auf andere kritische Bereiche, wie sanitäre Anlagen, Wasseraufbereitung und Wassersparen, ausweiten.“   

Nach den Worten ‘t Lams ist Oikocredits Kooperation mit Aqua for All die logische Folge des gemeinschaftsorientierten Ansatzes.   

„Aqua for All ist der richtige Partner für uns, denn ihr Kompetenzspektrum ergänzt unsere eigenen Kernkompetenzen. Erstens verfügt Aqua for All über eine detaillierte Kenntnis des WASH-Sektors und ist bereit, dieses Wissen zu teilen, um gemeinsam Projekte zu entwickeln. Zweitens hat Aqua for All die Mittel, um die mit diesen Projekten verbundenen Risiken zu verringern. Hinzu kommt, dass ein etabliertes Netzwerk entscheidend zur Weiterentwicklung einer integrativen Wasser- und Sanitärwirtschaft beiträgt. Für uns als Risikokapitalgeberin bzw. Kreditgeberin ist das von unschätzbarem Wert. Austausch von Wissen, gemeinsame Finanzierung, Identifizierung bedürftiger Gemeinschaften – damit erfüllen wir alle Voraussetzungen, um erfolgreiche Projekte umzusetzen, die zum UN-Ziel 6 für nachhaltige Entwicklung „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ beitragen.“   

Austausch von Wissen, gemeinsame Finanzierung, Identifizierung bedürftiger Gemeinschaften – damit erfüllen wir alle Voraussetzungen, um erfolgreiche Projekte umzusetzen, die zum UN-Ziel für nachhaltige Entwicklung 6 beitragen.

Langfristiger Nutzen 

‘t Lam geht davon aus, dass Aqua for All und Oikocredit ihre Kooperation auch über die anfänglichen zwei Jahre hinaus fortsetzen werden, um auch in anderen Ländern erfolgreich Projekte zu realisieren und zusätzliche Partnerorganisationen einzubinden.  

Mirjam ‘t Lam „Unser Sektor befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass die erzielten Fortschritte auch nachhaltig sind und dass die von uns unterstützten Menschen eigenständig und unabhängig werden. Der Aufbau eines nachhaltigen wasserwirtschaftlichen Ökosystems erfordert einen immensen Kapitaleinsatz. Die Zusammenarbeit von Organisationen, die wie Aqua for All und Oikocredit ein gemeinsames Ziel verfolgen, kann daher als Modell dienen, um Wissen, Erfahrung und Ressourcen für WASH-Initiativen zu mobilisieren.“  ‘t Lam würde sich freuen, wenn Impact Investoren sich näher mit WASH beschäftigen und den langfristigen Nutzen dieser Initiativen im Blick behalten würden.   

 Investieren Sie in die Zukunft 

„Investoren, die sich für WASH-Projekte interessieren, möchte ich sagen: Investieren Sie in die Zukunft!Investitionen in den Wasser- und Sanitärsektor sind Investitionen in die Gesundheit der Menschen in einkommensschwachen Ländern. Im Ergebnis werden diese Menschen befähigt, nachhaltig für ihre Familien und Gemeinschaften zu sorgen. Zudem schaffen diese Investments Arbeitsplätze beim Bau der erforderlichen Infrastruktur und Anlagen.   

Sauberes Trinkwasser für die Gemeinschaften vor Ort – das schafft eine nachhaltige Grundversorgung, die zudem bezahlbar ist. Nicht zuletzt sind die Menschen dann nicht mehr auf teures Trinkwasser aus Plastikflaschen angewiesen. Angemessene Sanitäreinrichtungen stärken Gesundheit und Widerstandskraft in den Gemeinschaften. Gegenwärtig sind wirtschaftlich benachteiligte Menschen auf kostspielige Notfallkredite angewiesen, um die Arzt- und Krankenhauskosten für ihre Familien zu tragen. Schafft man zuverlässigen Zugang zu sauberem Wasser, so profitieren alle: das Land, die Gemeinschaft und die beteiligten Organisationen. Durch die Investition in Wasser und Sanitäreinrichtungen lassen sich zahlreiche längerfristige Zielsetzungen erreichen. Diese Investitionen unterscheiden sich in der Tat von herkömmlichen Investitionen, sind für die Zukunft unseres Planeten allerdings weitaus dringlicher!“  

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