Was sind Förderkreise?

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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Die sieben deutschen Förderkreise setzen sich für weltweite Solidarität und soziale Gerechtigkeit ein. Sie leisten entwicklungspolitische Bildungsarbeit und bieten die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Quartalsbericht Q4 2021: Wiedererstarkte Leistung

Quartalsbericht Q4 2021: Wiedererstarkte Leistung

Quartalsbericht Q4 2021.jpg21. April 2022

Vier Mal im Jahr veröffentlicht Oikocredit Fakten und Zahlen für das vorangegangene Quartal. Dieser Beitrag enthält Hintergrundinformationen, um unseren Anleger*innen und Interessierten einen Einblick in die Entwicklungen im vierten Quartal 2021 zu geben.

Finanzielle Ziele erreicht

Mit dem vierten Quartal 2021 ging für Oikocredit ein erfolgreiches Jahr zu Ende. Unter Berücksichtigung des Nettoergebnisses für das Quartal betrug unser konsolidiertes Ergebnis für das Gesamtjahr 15,3 Millionen Euro. Damit ist Oikocredit nach dem Verlust in Höhe von 22,2 Millionen Euro in 2020 die Trendwende gelungen.

Das Mitgliederkapital stieg von 1.125,4 Millionen Euro im dritten Quartal (Q3) auf insgesamt 1.129,0 Millionen Euro. Das entspricht einem Nettozufluss von 3,6 Millionen Euro im Berichtsquartal und von insgesamt 24,9 Millionen Euro seit Jahresbeginn. Unseren Mitgliedern und Anleger*innen gebührt nach wie vor unser aufrichtiger Dank für ihre Treue und ihr Engagement. Der Nettoinventarwert (NAV) pro Anteil blieb mit 213,58 Euro nahezu unverändert (Q3: 213,87 Euro). Die Nettoliquidität ging auf 21,5 Prozent zurück und liegt damit annähernd auf dem Stand von vor der Pandemie (Q3: 31,2 %, Q4 2020: 33,1 %).

Der Verwaltungsaufwand stieg infolge der Ausarbeitung und Umsetzung diverser Initiativen (darunter auch die neue Strategie), entsprach allerdings dem Planansatz. Im Quartal fielen zusätzliche Einmalkosten an, wie Steuerzahlungen für  Maanaveeya, die indische Tochtergesellschaft von Oikocredit, und Rentenbeiträge. Die steigenden Zinsen wirkten sich negativ auf unser Anleihenportfolio (Wertpapieranlagen) aus, das daher gegenüber dem dritten Quartal schlechter abschnitt. Der Jahresverlust belief sich auf 4,3 Millionen Euro im vierten Quartal  (Q3: 3,3 Millionen Euro). 

Portfolio-Entwicklungen

Unser aus Darlehen und Kapitalbeteiligungen bestehendes Projektfinanzierungsportfolio legte um 13,7 Prozent auf 995,9 Millionen Euro zu (Q3: 875,8 Millionen Euro). Dieser Zuwachs war vor allem auf die steigende Kreditnachfrage sowohl bei bestehenden als auch neuen Partnerorganisationen zurückzuführen. Im Gesamtjahr wuchs das Portfolio um 17,8 Prozent gegenüber dem Stand von 2020 (845,1 Millionen Euro).

Zudem verbesserte sich die Portfolioqualität. So ist der Anteil ausfallgefährdeter Kredite mit PAR 90 (“Portfolio at risk”), bei dem die Rückzahlungen mehr als 90 Tage überfällig sind, im Quartal von 6,1 Prozent auf 5,5 Prozent gesunken und liegt damit unter unserer Zielgröße von 6 Prozent. Zum Ende des Quartals nahmen nur noch fünf Partner eine im Rahmen unserer pandemiebedingten Maßnahmen gewährte Zahlungspause in Anspruch. Das entspricht einem Anteil von 1,3 Prozent am Projektfinanzierungsportfolio (10,7 Millionen Euro). Im dritten Quartal galt dies noch für zwölf Partner bzw. 2,5 Prozent des Projektfinanzierungsportfolios (18,6 Millionen Euro). Rückstellungen für Kreditverluste und Wertberichtigungen sanken im vierten Quartal von 10,7 Prozent auf 9,7 Prozent des Entwicklungsfinanzierungsportfolios. Die Gesamtzahl der Partner ging von 527 auf 517 zurück.

Im Rahmen der Pilotprojekte für einen gemeinschaftsorientierten Ansatz als Teil unserer neuen Strategie für 2022-2026 kündigten wir unsere Zusammenarbeit mit Opportunity International an. Diese Initiative zielt darauf ab,  den Zugang zu qualitativ hochwertiger und dabei erschwinglicher Ausbildung in Afrika zu fördern.

Soziale Wirkung und Beratungs- und Schulungsprogramme

Im Rahmen unseres sozialen Wirkungsmanagements veröffentlichten wir die Ergebnisse unserer ersten Umfrage zur Eigenwahrnehmung von Kund*innen. Insgesamt gingen Rückmeldungen von über 2.500 Kund*innen bestehender und früherer Partnerorganisationen ein. Danach haben sich die meisten Befragten als resilient erwiesen, obwohl ihre Einkünfte und Ersparnisse im vergangenen Jahr vor allem infolge der Covid-19-Pandemie gesunken sind. Nach Angaben zahlreicher Kund*innen hatten sich extreme Wetterereignisse negativ auf ihre Einkommen ausgewirkt. Zudem ergab die Umfrage, dass mehr Kund*innen Zugang zu Internet und Smartphones haben als erwartet.

Zu den Höhepunkten unserer Beratungs- und Schulungsprogramme für Partnerorganisationen im vierten Quartal zählte u. a. der Abschluss eines Projekts in Zusammenarbeit mit unserem Partner Karongi Tea Factory, an dem 2.000 Kleinbäuer*innen in Ruanda teilnahmen und Teesetzlinge pflanzten. Ferner rollten wir unser Programm zur Erarbeitung von Strategien zur Steuerung des Preisrisikos mit elf Kaffeepartnern in Afrika aus. Weitere Highlights: Förderung von Unternehmer*innen durch das Projekt Women Innovation for Sustainable Enterprise (WISE) mit fünf Partnern in Ghana; dasProjekt Innovative Finance for Improved Livelihoods (IFIL) mit 37 Erzeugergenossenschaften in Kenia und Uganda; eine Machbarkeitsstudie zu langfristigen Sparprodukten in Kambodscha; die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, um ein Tool zur Erfassung der sozialen Wirkung in der Landwirtschaft zu entwickeln; die Durchführung eines Workshops zum Thema Digitalisierung mit sechs Partnern in Westafrika sowie ein Webinar zum Client Protection Pathway mit elf Partnern in Südostasien.

Organisatorische Entwicklungen

Die erste außerordentliche Generalversammlung von Oikocredit International fand im vierten Quartal statt. Die Versammlung, an der die meisten Direktmitglieder online teilnahmen, ergab positive Resonanz im Hinblick auf das neue Geldanlagemodell und verschaffte weitere Einblicke in die für 2022-2026 geplante gemeinschaftsorientierte Strategie.

Mit Wirkung vom 1. Dezember 2021 ernannte der Aufsichtsrat Mirjam ‘t Lam zur Geschäftsführerin von Oikocredit International. Zuvor fungierte ‘t Lam als Interimsgeschäftsführerin und Direktorin für Finanzen und Risikomanagement. Wir haben bereits mit der Suche nach einem*r Nachfolger*in für ‘t Lam sowie auch den Direktor für Kapitalanlagen Bart van Eyk begonnen. Van Eyk hatte seine Absicht, neue Wege zu gehen, bereits Mitte 2021 angekündigt und Oikocredit im Februar 2022 verlassen.

Auch im Aufsichtsrat gab es einen Wechsel: Maya Mungra schied mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 aus dem Gremium aus. Aufsichtsratsmitglied Gaëlle Bonnieux trat ihre Nachfolge als stellvertretende Vorsitzende an. Da nun mehrere Ämter im Aufsichtsrat vakant sind, begann die Genossenschaft bereits mit dem Auswahlprozess neuer Mitglieder.

Das in unserer zentralen Geschäftsstelle im niederländischen Amersfoort im dritten Quartal eingeführte hybride Arbeitsmodell, das die Arbeitszeit zu gleichen Teilen auf das Home Office und das Büro verteilt, wurde im vierten Quartal angesichts steigender Corona-Zahlen ausgesetzt.

Weiterer Ausblick

Unsere soliden Leistungen im Jahr 2021 stellen eine robuste Grundlage für die künftige Entwicklung unserer Genossenschaft in einer von Unsicherheit geprägten Welt dar. Den Menschen in der Ukraine sowie auch allen anderen Menschen, die weltweit von bewaffneten Konflikten betroffen sind, gebührt unsere große Anteilnahme. Wir verurteilen jegliche Aggression und Gewalttaten. Gleichzeitig behalten wir die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für unsere Schwerpunktländer im Auge.

Wir wollen flexibel bleiben, um auch weiterhin effektiv auf Chancen und Herausforderungen reagieren zu können und die beiden grundsätzlichen Veränderungen unseres Geschäftsmodells umzusetzen. Ziel ist es, unsere Anleger*innen und Partnerorganisationen noch wirkungsvoller zu servicieren und unsere soziale Wirkung zugunsten der Kund*innen und Mitglieder unserer Partner auszuweiten. Als Teil dieses positiven Wandels werden wir u.a. die Strategie für 2022-2026 ab Mitte 2022 umsetzen. Dazu zählen auch die Initiierung einer globalen Bewegung für Anleger*innen sowie die Verfolgung eines ganzheitlicheren Ansatzes bei der Entwicklungsfinanzierung: Projekte, die wirtschaftlich benachteiligte Gemeinschaften dabei unterstützen, in den Bereichen Wohnen, Bildung, Gesundheit sowie Trinkwasser und Sanitäranlagen ein höheres Maß an Resilienz zu entwickeln. Wir haben bereits einige dieser gemeinschaftsorientierten Projekte angestoßen. Unsere Partner zeigen großes Interesse, und wir wollen diesen Ansatz weiterverfolgen. Die zweite Veränderung besteht in der Umsetzung unseres neuen Geldanlagemodells, das unseren Direktmitgliedern bei der nächsten Generalversammlung im Juni 2022 vorgestellt werden soll.

Den vollständigen Jahresbericht 2021 (in Englisch) 2021 finden Sie hier. Eine Zusammenfassung (in Deutsch) finden Sie hier.

 

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