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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Doppeltes Investment aus Möglingen

Doppeltes Investment aus Möglingen

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Engagierte Anlegerin aus Baden-Württemberg: Brigitte Gakstatter

28.10.20

In Möglingen haben sich sowohl die evangelische Kirchengemeinde als auch die Gemeinde selbst für eine sozial verantwortliche Anlage bei Oikocredit entschieden. Mit dem Geld werden Kredite an ausgewählte Unternehmen in Ländern des globalen Südens vergeben, um Jobs, Einkommen und bessere Zukunftsperspektiven vor Ort zu schaffen.

Veränderungen brauchen treibende Kräfte

In Möglingen war Brigitte Gakstatter diese treibende Kraft. Ein Vortrag zu ethischen Geldanlagen und zur Arbeit der ökumenischen Kreditgenossenschaft Oikocredit brachte sie auf die Idee, nicht nur selbst sozial verantwortlich zu investieren, sondern auch die weltliche und kirchliche Gemeinde mit ins Boot zu holen. „Möglingen ist seit letztem Jahr Fairtrade Town. Daher steht es der Gemeinde gut an, Zeichen solidarischen Handelns zu setzen. Über die SPD Fraktion habe ich deshalb den Antrag eingebracht, uns bei Oikocredit zu beteiligen. Am Ende wurden es pro Bürger*in ein Euro, also insgesamt 1.200 Euro“, so die engagierte SPD-Abgeordnete. Dass Gemeinden Rücklagen nicht nur renditeorientiert, sondern sozial-ökologisch anlegen, ist bisher die Ausnahme. Unweigerlich folgten im Gemeinderat Diskussionen, grundsätzliche Bedenken mussten ausgeräumt werden. Mit Unterstützung der Bürgermeisterin hat sich schließlich eine Mehrheit des Gemeinderates für eine Anlage bei Oikocredit entschieden.

Kirchengemeinde beteiligt sich mit 5.500 Euro

Zeitgleich trug Brigitte Gakstatter die Idee auch in die evangelische Kirchengemeinde: „Nach wie vor erwirtschaften zu viele Unternehmen ihre Gewinne auf Kosten von Mensch und Natur. Wenn wir investieren, müssen wir also genau hinschauen, ob unsere Geldanlage auch unsere christlichen Werte widerspiegelt“. Dies gilt auch – und gerade - für Kirchengemeinden. Nach Abklärung mit dem Oberkirchenrat, bis zu welcher Summe angelegt werden darf, hat der Kirchengemeinderat den Antrag einstimmig angenommen und sich mit 5.500 Euro beteiligt.

„Wir freuen uns über die neuen Mitglieder sehr und sind dankbar. Eine zentrale Säule unserer Genossenschaft ist unsere breite Mitgliederbasis – Menschen und Organisationen, die sich mit Anlagesummen ab 200 Euro bei uns engagieren und so unsere Arbeit ermöglichen. Gemeinsam setzen wir uns für mehr globale Gerechtigkeit ein, denn wir haben als Oikocredit-Förderkreis auch einen entwicklungspolitischen Auftrag: Wir wollen Menschen in unserer Region zum Nachdenken und Handeln anregen – im Sinne einer gerechteren Verteilung von Wohlstand und Chancen. Wenn eine Kirchengemeinde Mitglied wird, beschäftigt sich diese Gemeinde in der Folge häufiger mit Themen, für die wir uns stark machen.“

Diese Chance sieht auch die Anlegerin Brigitte Gakstatter: „Bei meinen Anträgen ging es mir auch immer darum, mit Menschen ins Gespräch darüber zu kommen, dass Eigentum – auch in Form von Geldanlagen – verpflichtet und dass wir alle ein klein wenig zu einer besseren Welt beitragen können“, so die 57-Jährige. Gefreut hat sie sich auch, dass bereits weitere Mitbürger*innen und Gemeindeglieder die Idee für sich selbst aufgegriffen haben. 

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