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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Die Kaffeegenossenschaften

Der Kaffee wird von kleinbäuerlichen Genossenschaften in Nicaragua, El Salvador und Mexiko unter fairen Bedingungen angebaut. Zwei davon erhielten Darlehen von Oikocredit.

UCPCO, Nicaragua

Die Genossenschaft Unión De Cooperativas Agropecuarias De Producción De Café Orgánico, kurz UCPCO, wurde 1996 gegründet und liegt abgelegen im Norden Nicaraguas in San Juan de Río Coco. Sie besteht aus sechs Basiskooperativen mit insgesamt 450 Mitgliedern, davon 135 Frauen. Anders als in vielen anderen Genossenschaften kommt es hier häufiger vor, dass auch Frauen über einen eigenen Landtitel verfügen.

Während des Bürgerkrieges war die Region bis 1990 eines der am härtesten vom Terror betroffenen Gebiete. Überfälle legten die Landwirtschaft über Jahre hinweg lahm. Nach dem der Angriffe war es aufwändig, die vernachlässigten Kaffeepflanzungen mit ihren zum Teil überalterten Bäumen zu reaktivieren.

Der öffentliche Gesundheits- und Bildungssektor ist für die Menschen auf dem Land kaum zugänglich. Daher wird der durch den Fairen Handel erzielte Mehrpreis unter anderem für den Schulbesuch der Kinder und in einigen Fällen für Stipendien für den Besuch einer Universität verwendet. Zwei Prozent ihrer Einnahmen stellen alle Mitglieder ihrer jeweiligen Basiskooperative zur Verfügung, die davon einen Fonds für soziale Härtefälle unterhält.

2008 erhielt UCPCO von Oikocredit ein Darlehen über 100.000 Euro, um die Produktion und Verarbeitung des Fair Trade zertifizierten Bio-Kaffees weiter zu verbessern. Das Geld investierte UCPCO unter anderem in die Erweiterung des Vorratsspei­chers und der Trocknungsanlagen sowie in Weiterbildungsmaßnahmen für Mitglieder.

UCRAPROBEX, El Salvador 

UCRAPROBEX (Unión de Cooperativas de la Reforma Agraria Productoras Beneficiadoras y Exportadoras) ist ein nationaler Dachverband, unter dem sich 61 Kaffeegenossenschaften mit insgesamt 12.000 Kleinbäuerinnen und -bauern zusammengeschlossen haben. UCRAPROBEX erhielt ein Darlehen von Oikocredit über USD 425,000, das der Verband 2011 zurückzahlen konnte. Der Kaffee im Credit Café stammt von der Mitgliedsgenossenschaft Santa Adelaida.

Santa Adelaida hat 180 Mitglieder, ein Drittel von ihnen sind Frauen. Die Genossenschaft liegt 35 km von der Hauptstadt San Salvador entfernt im Departement La Libertad, in der besten Kaffeeregion des Landes. Insgesamt gehören den Mitgliedern der Kooperative über 600 Hektar Kaffeeplantagen. Ihren jeweiligen Anteil daran bewirtschaften die Bauern individuell. Der Zusammenschluss in der Genossenschaft hat den Vorteil, dass sie ihre Ernte nicht an Zwischenhändler verkaufen müssen, sondern in gemeinsamen Verhandlungen Export-Verträge abschließen und so weitgehend unabhängig wirtschaften können.

Der Verkauf des Kaffees im Fairen Handel hilft der Genossenschaft dabei, Rücklagen zu bilden und Investitionen in die Zukunft tätigen. So unterstützen die Bauern mit einem Fonds zum Beispiel die Schulbildung der Kinder: Wenn die Kinder aus der ländlichen Gegend eine weiterführende Schule oder die Universität besuchen möchten, müssen sie hierfür lange Wege in die nächste Stadt auf sich nehmen oder sogar umziehen. Die Kooperative fördert mit einem Stipendienprogramm die Kinder der Mitglieder, die diesen Schritt gehen möchten. Mit einem Pensionsfonds werden zudem ältere Mitglieder unterstützt, die selbst nicht mehr mit vollen Kräften arbeiten können.