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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der sieben deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

Corona – was erwartet Oikocredit und die Partner?

Corona – was erwartet Oikocredit und die Partner?

6. Dezember 2021 - von Christina Alff - 0 Kommentare

Welche Auswirkungen hat die COVID-19 Pandemie auf Oikocredit-Kund*innen, -Investor*innen und die Genossenschaft selbst? Dieser Frage widmete sich das diesjährige Forum der deutschsprachigen Förderkreise und von Oikocredit International in Würzburg. Am 5. und 6. November 2021 gab es dazu Vorträge von Mitarbeiter*innen der Genossenschaft sowie von Referent*innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Den Auftakt für die 15 Teilnehmenden machte am Freitagnachmittag Yves Komaclo, Investment Manager für die Region Westafrika, der auf die Konsequenzen für Partner von Oikocredit in Westafrika fokussierte. Aktuell investiert Oikocredit in 140 Partnerorganisationen in 12 Ländern in Subsahara Afrika. Ghana und die Côte d’Ivoire gehören zu den Ländern, in denen Oikocredit Partner im Kakaobusiness unterstützt. Komaclo berichtete, dass es zwar keine Probleme bei der Kakaoernte selbst gegeben habe, jedoch Engpässe in der Bereitstellung von Containern den Transport nach Europa erschwert hätten, da in chinesischen Häfen aufgrund des Lockdowns Containerschiffe festlagen. Probleme bestünden zudem weniger bei Finanzierungen von Partnern im Kakaobusiness als vielmehr in der Vermarktung des Kakaos.

Seit September 2020 lässt eine Wiederaufnahme von Partnerbesuchen und die Analyse potenzieller neuer Partner darauf hoffen, dass Oikocredit ihre Kreditzusagen in naher Zukunft steigern wird. Bedarf besteht hier vor allem bei der langfristigen Finanzierung von ländlichen Finanzinstitutionen sowie der Rehabilitierung von Kakaopflanzungen zur Anpassung an den Klimawandel.  

Prof. Dr. Nölke, Politikwissenschaftler von der Uni Frankfurt fasste am Samstagvormittag die Auswirkungen der Pandemie auf die Länder des Globalen Südens zusammen, die im 2021 erschienenen Buch „Post-Corona Capitalism“ umfassend analysiert sind. Zu den einschneidenden Konsequenzen für die Bevölkerung in vielen Ländern gehört laut Nölke die erschwerte grenzüberschreitende Arbeitsmigration und der damit einhergehende signifikante Rückgang der Überweisungen von Arbeitsmigrant*innen an ihre Familien. Die Verschuldungskrise habe sich in vielen Ländern verschärft und es sei parallel zu einem Abzug internationaler Gelder von Investoren aufgrund von Währungsturbulenzen gekommen. Durch die gestiegenen Preise für Nahrungsmittel habe sich die Zahl der hungernden Menschen zum ersten Mal seit Jahren wieder auf über 800 Millionen Menschen erhöht. Das Fazit von Prof. Nölke: "Die COVID-19 Pandemie hat den autoritären Kapitalismus gestärkt.“

Abschließend erläuterte Nina Alff, Bildungsreferentin beim Oikocredit Förderkreis Baden-Württemberg, die spezifischen Auswirkungen der Pandemie auf Frauen und Mädchen. Darüber hinaus ging sie darauf ein, was Oikocredit tun könnte, um Frauen noch mehr zu stärken. Alff beschrieb in ihrem Vortrag, wie die COVID-19 Pandemie die Fortschritte bei der Gleichberechtigung der Geschlechter beeinträchtigt hat: Gewalt gegen Frauen und Mädchen habe zugenommen, mehr Mädchen seien im Teenageralter verheiratet worden und Frauen haben unverhältnismäßig stark unter dem Verlust von Arbeitsplätzen und der zunehmenden Pflegearbeit zu Hause gelitten. In südasiatischen Textilproduzierenden Ländern wie z. B. Bangladesh kam es aufgrund der Stornierungen von Bestellung um 70% zu Massenentlassung von Näherinnen gekommen.

Doch es gibt Lösungsvorschläge: Laut Alff stellt die Digitalisierung im Finanzwesen eine Option dar, wie Frauen gestärkt werden können. „Dazu brauchen sie digitale Kompetenzen, Zugang zu Mobiltelefonen und einem digitalen Konto sowie Finanzinstitutionen, die maßgeschneiderte, auf die Bedürfnisse von Frauen ausgerichtete Finanzprodukte anbieten“, so die Bildungsreferentin. Oikocredit könne dazu beitragen und Partnerorganisationen entsprechend beraten und fortbilden.

Weiterführende Links:

Bericht über die Ziele für nachhaltige Entwicklung 2021 - Vereinte Nationen - Regionales Informationszentrum für Westeuropa (unric.org)

Musoni System - Digitalisation Partner for Microfinance

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