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Warum wir eine inklusive und geschlechtergerechte Sprache nutzen

Warum wir eine inklusive und geschlechtergerechte Sprache nutzen

12. August 2021 - von Christina Alff - 0 Kommentare

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Sprache schafft gesellschaftliche Verhältnisse

Sprache kann eine Waffe sein - sie kann von Aufmerksamkeit, Zuneigung und Verständnis zeugen und sie kann mit wenigen Worten verletzen und demütigen und die Verhältnisse in unserer (globalen) Gesellschaft verfestigen.

Dass Sprache einen großen Einfluss darauf hat, wie wir den Dingen begegnen, ist uns bei Oikocredit seit einigen Jahren bewusst. Deshalb sprechen wir in unseren Teams immer wieder über die Verwendung von Begriffen wie „Armut“, „Hilfe“ und „Entwicklungsland“.

Es ist uns wichtig, genau hinzuschauen und achtsam im Umgang mit Menschen zu sein, mit denen und für die wir arbeiten.

Sprache ist ein kleiner Mosaikstein in den großen gesellschaftlichen Debatten. Als Mitarbeiter*innen der internationalen Genossenschaft möchten wir den Blickwinkel von Oikocredit einbringen. Wir setzen uns bewusst mit Themen von Anti-Diskriminierung auseinander, indem wir uns austauschen und wissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehen. Wir sind überzeugt, dass sich der Gebrauch von Sprache ebenso wandelt wie gesellschaftliche Verhältnisse und Traditionen. Sprache ist kein neutrales, objektives Medium, das gesellschaftliche Verhältnisse einfach nur „abbildet“. Sprache orientiert sich an gesellschaftlichen Normen und Vorstellungen, von dem, was „normal“ ist. [1]

Durch Sprache, gewählte Formulierungen und das, was nicht benannt und verschwiegen wird, entstehen Bilder im Kopf. Kurz: Sprache produziert Wirklichkeit. Im folgenden Text erläutern wir, warum wir eine inklusive, diskriminierungsfreie Sprache verwenden.

Was genau bedeutet Diskriminierung und Anti-Diskriminierung?

Diskriminierung ist die Benachteiligung von Menschen. Häufig entspringt die Benachteiligung Vorurteilen.[2] Es gibt verschiedene Dimensionen von Diskriminierung, zum Beispiel aufgrund des Alters, des Geschlechts, der physischen oder geistigen Fähigkeiten, der sexuellen oder nationalen Identität[3], der Weltanschauung oder der sexuellen Orientierung.[4] Wenn Menschen aufgrund mehrerer Faktoren diskriminiert werden, sprechen wir von Mehrfachdiskriminierung.

Ein Weg, Diskriminierungen entgegenzuwirken, ist eine respektvolle inklusive Sprache. Eine Sprache, die nicht vorgibt, wer wie sein sollte, sondern den Raum lässt, sich frei zu entwickeln und die allen Menschen mit Fairness begegnet.

Unsere Sprache verändert sich

Vries Vervecken und Bettina Hannover kommen in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass inklusives Sprechen Stereotypen entgegenwirkt.[5] Deutschen und belgischen Kindern im Alter von acht und neun Jahren wurden verschiedene Listen mit Berufen vorgelegt. Wenn die Bezeichnungen sowohl männlich als auch weiblich waren, interessierten sich mehr Mädchen für männlich typisierte Berufe wie bei der Polizei und trauten Frauen in diesen Berufen mehr Erfolg zu.

Der Duden verwendet seit den 1990er-Jahren die maskuline und feminine Form von Personenbezeichnungen und zahlreiche öffentliche Institutionen schreiben geschlechtergerechte Formulierungen in ihren Texten vor (Stadtverwaltung Nürnberg, Universität Köln, Land Baden-Württemberg).

Welche Schlüsse ziehen wir daraus bei Oikocredit?

Wir haben uns dazu entschieden, in unserer Kommunikation eine geschlechtergerechte und inklusive Sprache zu verwenden. Aus diesem Grund verwenden wir künftig den Doppelpunkt oder den Stern in personenbezogenen Wörtern, um bewusst nicht-männliche Personen und Personen, die sich keinem Geschlecht zuordnen möchten, anzusprechen. Fortan reden wir von Anleger*innen und Investor:innen.

Gründe für den Doppelpunkt und für den Stern?

In einer Abstimmung unserer ÖA-Referentinnen Ende Oktober, möchten wir über die künftige Anwendung einer geschlechtergerechten Sprache entscheiden. Unsere Überlegungen dahingehend sind:

Doppelpunkt: In unsere Überlegungen fließt das Argument ein, dass Sprachausgabe-programme den Doppelpunkt automatisch als Pause lesen und somit besser verständlich sind. Das Zeichen ist also barriereärmer und inklusiver als der Stern.  Der Stern wiederum deutet mit seinen vielen Strahlen auf die Diversität hin, in der wir leben.

Der durchaus berechtigte Einwand, dass diese Form einer geschlechtergerechten Sprache das Erlernen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder für Menschen deren erste Sprache nicht Deutsch ist schwieriger macht, ist uns bewusst. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass wir die Sichtbarkeit und den Respekt allen Menschen gegenüber, egal welchen Geschlechts, so besser zum Ausdruck bringen können.

Sprache ist nur ein kleiner Teil eines geschlechtergerechten und inklusiven Miteinanders und deshalb arbeiten wir innerhalb der deutschen Förderkreise und als internationale Entwicklungsgenossenschaft weiter daran, die Perspektiven von Menschen zu verbessern und in Menschen zu investieren.

Mehr zum Thema inklusive Sprache können Sie künftig hier in unserem Blog lesen.

Autorinnen: Dr. Christina Alf und Caroline Frumert


[2] Diskriminierung: https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/das-junge-politik-lexikon/320120/diskriminierung

[5] Über die Studie Yes I Can! Effects of Gender Fair Job Descriptions on Children's Perceptions of Job Status, Job Difficulty, and Vocational Self-Efficacy berichtete der Tagesspiegel:

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