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Auf den Spuren des Kakaos

Auf den Spuren des Kakaos

30. Januar 2020 - von Corinna Groß - 0 Kommentare

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Im Westen Ghanas begleiten wir den Kakaobauern Paul Bukuroh Appiah an einen Ort, an dem unsere Schokolade ihren Ursprung hat. Wir finden nicht nur heraus, wie das weiße Fruchtfleisch der Kakaobohnen schmeckt, sondern sehen mit eigenen Augen, wie unser Partnerunternehmen FEDCO das Leben der Menschen in einem kleinen Dorf namens Pieso ein bisschen besser macht.

In der Morgendämmerung besteigen wir den Kleinbus und machen uns auf den Weg Richtung Westen. Sieben Stunden Fahrt liegen vor uns. Unser Ziel: die Kakaoplantagen bei Tarkwa in der Western Region. Während die Sonne als leuchtend roter Ball über Accra aufgeht, schieben wir uns durch den dichten Verkehr. Schulkinder in orange- und ockerfarbenen Uniformen eilen in kleinen Gruppen vorbei. An provisorischen Ständen entlang der stark befahrenen Straße steigen Kochdünste auf – Frühstückszeit. Als wir die trubelige Stadt hinter uns lassen, begleiten Bananenpalmen am Straßenrand unseren Weg; die Landschaft ist eingehüllt von dichtem Nebel, den der für diese Jahreszeit typische Harmattan-Wind mit sich bringt.

Straße nach Tarkwa.jpg

Von der Küste ins Grüne

Dann endlich: der Atlantik blitzt zwischen dem Gebüsch hervor. Seine Farbe hebt sich kaum ab vom diesigen Grau des Horizontes. Im Hauptangebot an den Straßenständen sind nun Meeresfrüchte. Eine Frau präsentiert handtellergroße Tintenfische, die feucht glänzend von ihren Händen baumeln. Als wir die Küste verlassen und die Straße Richtung des Landesinneren einschlagen, verändert sich allmählich die Landschaft. Wo vorher vereinzelte Palmen wuchsen, verdichtet sich nun die Botanik entlang des Weges. Die Straßen werden holpriger – wir weichen immer öfter tiefen Kratern aus. Und dann, nach 8 Stunden, kommen wir in Tarkwa an.

Darf ich vorstellen: FEDCO

Tarkwa ist eine Stadt in der Western Region in Ghana mit 30.000 Einwohnern. Die Oikocredit-Partnerorganisation FEDCO (Federated Commodities Limited) hat hier einen ihrer 6 regionalen Standorte. FEDCO ist ein Sozialunternehmen, das Kakaobohnen von kleinbäuerlichen Kakaoanbaubetrieben aufkauft und den Kakao an die Kakaobehörde als einzigen Exporteur in Ghana weiterverkauft. Mit seiner starken sozialen Ausrichtung hat FEDCO sich über die Jahre in verschiedenen Sozialprogrammen engagiert, die den über 100.000 bäuerlichen Zulieferbetrieben zugutekommen.

Fedco Warehouse.jpg

Ghana und der Kakao

Ghana birgt nicht nur Gold aus seinen zahlreichen Minen, sondern auch „braunes“ Gold aus den Wäldern: Kakaobohnen, die unabdingbare Hauptzutat für unsere geliebte Schokolade. 3,2 Mio. Menschen leben in Ghana vom Kakaoanbau. Ghana ist der zweitgrößte Kakaoproduzent der Welt. Zwei Drittel der weltweiten Kakaoproduktion stammen aus Ghana und Cote d’Ivore.

Auf der Spur der Kakaobohne

Wir möchten Bäuerinnen und Bauern kennenlernen, die über FEDCO von dem Geld unserer Anleger*innen profitieren. Der Pickup der FEDCO-Kollegen fährt voraus, wir mit unserem Minivan hinterher. Roter Staub vernebelt die Sicht auf den holprigen unbefestigten Weg und überzieht sämtliche Blätter am Straßenrand mit einer Schicht wie rosa Puderzucker. Während wir uns ordentlich durchschütteln lassen, passieren wir immer wieder Autos, die offensichtlich der schwierigen Piste zum Opfer gefallen sind und am Straßenrand zurückgelassen wurden. Bitte Reifen, haltet durch!

Dusty Road.jpg

Dann, endlich: wir erreichen das Dorf Pieso. Unverputzte Lehmhäuser, bunte Holzhütten und staunende Kinder nehmen uns in Empfang. Als wir aussteigen, erfüllt der unverwechselbare herbe Duft der Kakaobohnen die Luft. Im Gänsemarsch folgen wir mehreren Männern aus dem Dorf auf dem Pfad in den immergrünen Wald. Wie farbenfrohe Knallbonbons prangen die Kakaoschoten in rot, grün und gelb gescheckt an den Stämmen der niedrigen Bäume. Die Luftfeuchtigkeit ist unter dem Blätterdach besonders hoch und treibt uns in Kombination mit der Hitze innerhalb kürzester Zeit die Schweißperlen auf die Stirn. Sogleich fangen Paul und seine Mitarbeiter an, mit Macheten reife Schoten abzuschlagen. Mit einem Hieb ist die gelbe Frucht am Boden, kurz darauf ist sie aufgeschlagen und das weiße Fruchtfleisch, das die wertvollen Kakaobohnen umhüllt, quillt hervor. Es schmeckt erfrischend süßlich und erinnert an Litchis.

Kostprobe.jpg

Von Generation zu Generation

„Ich mag meine Arbeit als Farmer“, erzählt uns Paul. Er sei seinem Vater gefolgt, der ebenfalls Farmer war. Paul lebt mit seiner Frau und vier Kindern in Pieso. Seit 32 Jahren ist er Kakaobauer, daneben arbeitet er als Klassenlehrer in der Dorfschule und bildet Trainer*innen aus, die Kakaobäuerinnen und Bauern schulen. Seine Kakaobohnen verlauft er an FEDCO. Für die Zusammenarbeit ist er dankbar: „Die Arbeit mit FEDCO hat eine wichtige Struktur aufgebaut“. So bekommt Paul eine Vorfinanzierung seiner Ernte, wenn er Geld für Schulgebühren braucht. Außerdem war FEDCO an dem Bau der Dorfschulen beteiligt.

Paul Bukuroh Appiah.jpg

Paul ist 49 Jahre alt, aber die Passion für seine Kakaopflanzen ist längst nicht erloschen. „Ich hoffe, dass ich die Farm bis in ein sehr hohes Alter wachsen sehen kann.“ Seine zwei Söhne werden sie eines Tages übernehmen. Und seine Töchter? Für sie wünscht Paul sich eine höhere Schulbildung und gute Jobs.

Eine gute Zukunft für Pieso

Zurück im Dorf stöbern winzige Ziegen und Hühner nach Essbarem auf der leuchtend roten Erde vor den einfachen Hütten um die Wette. Kakaobohnen trocknen auf großen Tischen in der ghanaischen Nachmittagssonne. „Ich hoffe ihr kommt eines Tages zurück, um zu sehen, was sich dann verändert haben wird“, sagt Paul zum Abschied. Wer weiß – vielleicht investiert FEDCO ja als nächstes in eine gute Straße zum Dorf.

Pieso.jpeg

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