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Klimawandel und die Wirkung auf die Menschen

Klimawandel und die Wirkung auf die Menschen

17. September 2019 - von Jean-Gottfried Mutombo - 0 Kommentare

In seinem Gastbeitrag für den Oikocredit Blog berichtet der Pfarrer Jean-Gottfried Mutombo, wie Menschen aus dem globalen Süden die Auswirkungen des Klimawandels bereits spüren. Er fordert eine Zusammenarbeit über Generationen und Staaten hinweg, um unser Klima zu schützen.

Am Samstag den 14.09.2019 um 09:22 Uhr ruft mein Vater mich von Manono (DRKongo) an. Er ist etwa 6800 km entfernt. Er ist besorgt und sagt: „Der seit gestern ununterbrochene Regen hat eine große Überschwemmung verursacht: Häuser, Straßen, auch die Familienwohnungen sind zerstört. Wir stehen draußen und brauchen Hilfe“.  Wie so oft wird über ein solches dramatisches Ereignis in den Medien nicht berichtet. Aber es ist eine Tatsache. Der Klimawandel ist real. Er gefährdet nicht nur das Klima und die Natur, das Ökosystem,  sondern trifft gnadenlos das „menschliche System und Wohlergehen“ (IPCC, Special report, Global Warming of 1.5, 2018, 177), eine Art der Rebellion der Natur gegen den Menschen, der unfair, ungerecht und gewalttätig mit der Welt umgeht.

Was sind die Folgen?

Auf der Liste der Auswirkungen des Klimawandels stehen : steigender Meeresspiegel, Überschwemmungen, Dürren, Starkniederschläge, austrocknende Flüsse, schmelzende Gletscher und schrumpfende Gewässer, Hitzebelastung, Waldbrände, dauerhaft höhere Temperaturen, Verschlechterung der Luftqualität, intensivere tropische Wirbelstürme und stärkere Stürme in vielen Gebieten jenseits der Tropen.

Laut Global Climate Risk Index 2019 starben zwischen 1998 und 2017 weltweit mehr als 526 Mio. Menschen, und Verluste in Höhe von 3,47 Bio. US-Dollars waren die unmittelbaren Folgen von mehr als 11 500 extremen Wetterereignissen. Europa bleibt auch nicht verschont.  Seit 20 Jahren gibt es fast jährlich außergewöhnliche Überschwemmungen in einem oder mehreren Ländern Europas. Erst am 13.09.2019  beklagte Spanien sechs Tote. Sie sind Opfer von sintflutartigen Regenfällen, der stärksten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mehr als 3500 Menschen haben ihre Häuser verloren.

Wer ist besonders betroffen?

Afrika und Asien sind die Kontinente, die am stärksten durch den Klimawandel betroffen sind. Die Forschung kündigt die gravierenden Klimafolgen schon seit 20 bis 30 Jahren an, wenn nichts dagegen getan wird. Die Weltbank berichtet in einer Studie von 2018: „Die Nahrungsproduktion in Afrika Südsahara ist bedroht. In Südostasien sind insbesondere die Küstengebiete von Überschwemmungen bedroht, außerdem wird das Abschmelzen der Gletscher im Himalaya insbesondere in Südasien und China extreme Wasserknappheit verursachen.  Deswegen brauchen Menschen mehr globale Solidarität und Unterstützung in ihre Bemühungen um mehr Klimaschutz. 

In Afrika wirkt der Klimawandel beispielsweise negativ auf die Gesundheit und Bildung, bedroht die Existenzgrundlagen der Menschen, erschwert die Nahrungsmittelerzeugung, die Verfügbarkeit und Qualität von Wasser, wirkt sich nachteilig auf das Verkehrssystem und die allgemeine Sicherheit der Menschen aus. Er verschärft die Vulnerabilität der Menschen, verstärkt die Armut und gefährdet die Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Die katastrophalen Überschwemmungen, die durch Zyklone noch verschlimmert werden, führen zu unzähligen Toten und wirtschaftlichen Verlusten, Umweltverschmutzung  in großen Flussabschnitten, Zerstörung von landwirtschaftlichen Anbauflächen, der Ernte und Infrastrukturen (Schulen, Krankenhäuser, Straßen, Wasserwerken und Stromanlagen, Betriebe). Zu den Opfern gehören nicht nur die Toten, sondern auch die regelmäßig sehr viel zahlreicheren Obdachlosen. 

Auch die Kund*innen unserer Partner sind vom Klimawandel betroffen. Die empfindliche Kaffeepflanze hat mit steigenden Temperaturen, veränderten Regenzeiten und häufigeren Stürmen zu kämpfen. Das Einkommen von Kaffeebäuer*innen ist dadurch bedroht.

Die Wasserknappheit belastet afrikanische Frauen ganz konkret in ihrem Alltag, weil sie deutlich mehr Stunden laufen müssen, um Wasser zu holen (IPCC, 2014). Kinder und ältere Menschen haben ein höheres Risiko an Infektionskrankheiten wie Malaria zu erkranken. Ältere Menschen sind bei Dürren, Hitzewellen und Waldbränden körperlich gefährdet und vom Tod bedroht. Viele Kinder verhungern, sterben an Mangelernährung, Durchfall und bei Überschwemmungen. (IPCC, 2014). Der Klimawandels verschärft auch bereits bestehende Konflikte um den Zugang zu begrenzten natürliche Ressourcen, fruchtbaren Boden und Wasser (IPCC, 2014). Diese Konflikte tragen bei zu einem anhaltenden Migrationsdruck innerhalb, außerhalb und zwischen Ländern bei. Extremunwetter vertreibt Menschen aus ihrer Heimat.

Wer ist verantwortlich?

Die Frage ist: wer ist für den Klimawandel verantwortlich? „Für die weltweit führenden Klimaforscher sind menschliche Tätigkeiten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Hauptursachen der Erderwärmung seit Mitte des 19. Jahrhunderts.“  Menschen nutzen fossilen Brennstoffe, holzen die Regenwälder ab und züchten die Vieh ohne Rücksichtnahme auf die Umwelt. Deswegen müssen die Menschen auch die Lösung für die Probleme heute und in der Zukunft finden, und zwar gemeinsam: Erwachsene, Kinder, alle. Natürlich gibt es Länder, die heute und in der Vergangenheit mehr zum Klimawandel beigetragen haben als andere, und es ist nur gerecht, dass diese Länder mehr Kosten und mehr Verantwortung bei der Lösung der Probleme tragen müssen.    

Was können wir tun?

Die Verlierer und die Verursacher des Klimawandels müssen zusammenarbeiten, um die Zukunft der Erde zu sichern, müssen gemeinsam ihre Schönheit mit Staunen wahrnehmen, und Dankbarkeit und Verantwortung entwickeln. Die Lösung liegt in den Händen der Menschen, aber eine Umkehr ist notwendig, das heißt, eine Veränderung in unserem Lebensstil: faires Essen und Trinken, umweltfreundliche Mobilität, und insgesamt ein fairer Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen.  

Der Weg heißt mehr Klimagerechtigkeit, die Übernahme von Verantwortung und die Entwicklung von viel mehr Kreativität und Engagement für den Klimaschutz. Dazu gehört unter anderem der weltweite dritte globale Klimastreik, an dem sich am 20. September  2019  auch über 400 deutsche Städte unter der Führung der Initiative von Fridays for Future beteiligen. Die von Greta Thunberg begonnenen Proteste gegen den Klimawandel erreichen mit dieser Demonstration einen neuen Höhepunkt.  Schöne Worte und guter Willen genügen nicht mehr, wenn sich die Mächtigen dieser Welt in New York treffen. Die Welt braucht Entscheidungen und Aktionen, um die Erde vor der Katastrophe zu retten, bevor es zu spät ist. Mehr Verantwortung, mehr Investitionen in erneuerbare Energie und umweltfreundliche (Land)wirtschaft, mehr Wirtschaft im Dienst des Lebens, mehr gerechte Verteilung der Ressourcen, weniger Wegwerfen, mehr Recycling. … Jetzt müssen wir eine Entscheidung treffen: für das Leben.

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