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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Oikocredit auf dem Foodsharing Festival

Oikocredit auf dem Foodsharing Festival

28. August 2019 - von Caroline Frumert - 0 Kommentare

Caroline Frumert, Öffentlichkeitsreferentin beim Oikocredit Förderkreis Nordost, war für Oikocredit beim Foodsharing Festival in Berlin. Dort ging sie mit den Besucher*innen der Frage nach, warum zu einem nachhaltigen Lebensstil auch eine ethische Geldanlage gehört.

Das Foodsharing Festival auf dem Gelände der Malzfabrik. Mit alten Industriegebäuden, Liegewiese, Sandstrand, einem Schwimmteich und Besonderheiten wie dem Aquaponik-System.

Wenn es eine Organisation in den letzten Jahren geschafft hat, auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen, dann Foodsharing. Der Verein hat seit 2012 14.000 Tonnen Lebensmittel vor der Tonne gerettet. Mit über 37.000 Freiwilligen sogenannten Savern bekommen in ganz Deutschland genießbare Waren eine zweite Chance. Die Bewegung hat sich dabei schon immer Gedanken um die gesellschaftliche Dimension von Konsum gemacht. Der Initiator von Foodsharing Raphael Fellmer lebte fünf Jahre ohne Geld. Das Thema Geld ist in der Organisation immer auch im Hintergrund mitgedacht. Seit 2016 veranstaltet Foodsharing jedes Jahr ein Festival. Das Ganze kostenlos, mit der Hilfe freiwilliger Helferinnen und Helfer. Grund für uns sich mit den engagierten Foodsavern über gutes Geld zu unterhalten.

 Aus nah und fern reisen die Foodsharer an. In der großen Halle stellen sie sich gegenseitig vor.

Geld als Gestaltungsmittel

Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns ins breite Programm des Foodsharing Festivals in der Berliner Malzfabrik vom 16.-18.08.19. eingereiht. Neben Bienenwachstüchern, konnte man hier auch Waschmittel selbst herstellen, über gesetzliche Wegwerfstops diskutieren und zwischendurch immer wieder Yoga machen. Wir, von Oikocredit, haben drei Stunden lang mit rund 30 Teilnehmer*innen Geld als Gestaltungsmittel betrachtet. Zusammen mit dem ethisch-ökologischen Versicherer Fibur konnten wir uns einen Nachmittag den Geldfragen des Alltags widmen. Die Teilnehmer*innen kamen aus ganz Deutschland und konnten sich zunächst an verschiedene Tische setzen und sich so positionieren. Es gab den Tisch der Kulturliebenden, die ihr Geld vor allem in Reisen und Kulturgüter investieren, die mit leeren Taschen, die ihr Geld regelmäßig auf Partys und die kleinen Freuden des Lebens ausgeben, die Zweckorientierten, für die Geld eine rationale Recheneinheit darstellt, und natürlich - die weitaus größte Gruppe - die Sparer*innen.

Workshop-Teilnehmer*innen machen sich über ein Ereignis Gedanken. Ihre Persona Betül findet einen Investor der ihr 700.000 € zur Verfügung stellt, wenn Sie ihr Unternehmen mehr auf Nachhaltigkeit ausrichtet.

„Wie viel Geld braucht der Mensch zum Leben?“

An den Gruppentischen konnten sich die Teilnehmer*innen über ihre eigenen Gewohnheiten und Erfahrungen mit Geld austauschen. Interessant dabei war, dass bei jedem Tisch ein gewisses Attribut vorherrschte: stand bei den Spar*innen der Sicherheitsgedanke im Vordergrund, zeichnete sich gerade bei den Kulturliebenden ein deutlicher Hang zum Minimalismus ab. Generell kam immer wieder die Frage „Wie viel Geld braucht der Mensch zum Leben?“. Dass diese Frage nur jeder individuell für sich beantworten kann, wurde in den Arbeitsgruppen schnell deutlich. Einig waren sich die meisten aber darüber, dass es nicht viel sein muss, um gut leben zu können.

Die Persona Betül bekommt leben eingehaucht: ihre Konsummuster und ihr Umgang mit Geld werden besprochen.

Leben ohne Bankkonto

Es beschäftigte uns im weiteren Workshopverlauf, wie viel Menschen im Globalen Süden brauchen, um nicht in Armut oder extremer Armut leben zu müssen. Veranschaulicht wurde beispielsweise, wie es um die strukturelle Benachteiligung in Bezug auf Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen weltweit aussieht. Denn bis heute gibt es in Ländern des Globalen Südens Milliarden Menschen, die kein Konto besitzen (auch in den Industriestaaten). Dadurch bleiben betroffenen Menschen Überweisungen oder die Möglichkeit sich zu versichern verwehrt. Aus diesem Grund liegt unserer Haupttätigkeitsfeld bei Oikocredit im inklusiven Finanzwesen. Durch die Möglichkeit über Mikrokredite, -Versicherungen, oder Sparen, möchten wir Menschen, die keine finanziellen Sicherheiten haben, ermöglichen ihre eigene Situation zu verbessern. Im Workshop konnten wir über unsere Arbeit informieren und anhand der Arbeit mit Personas aufzeigen, welche Möglichkeiten bestehen Geld als Gestaltungsmittel einzusetzen. So bestanden für die bearbeiteten Profile vom Rentner Helmut, dem Studenten Jakob und die Unternehmerin Betül die Möglichkeiten aus ihrem Geld gutes Geld zu machen, indem sie ihre jeweiligen Ressourcen sinnvoll einsetzten.

Aus Geld GUTES GELD machen

Das diesjährige Motto des Foodsharing Festivals hieß Wandel leben. Ein Sinnspruch der auch unsere Arbeit bei Oikocredit seit jeher prägt. Darüber, dass wir unsere finanziellen Mittel für globale Solidarität und eine gerechte Welt einsetzen sollten, waren wir mit unseren Workshop-Kolleg*innen von Fibur einig. Geld ist ein Gestaltungsmittel, dass dabei helfen kann Menschen eine dauerhafte Existenzgrundlage zu sichern. Es dient aber auch dazu - wenn es ethisch angelegt wird - Projekte zu fördern die nachhaltig sind, und anderen Projekten eine klare Absage zu erteilen. Auf dem Festival konnten wir so eine wichtige Botschaft verbreiten: dass man sich bewusst damit auseinandersetzen sollte, wem das eigene Geld dient. Das bedeutet man muss sich bewusst darüber sein, dass konventionelle Finanzinstitute Geld bis heute in Rüstungsindustrie, Lebensmittelspekulationen und Atomkraft investieren. Wenn man sich also für die Rettung von Lebensmittel einsetzt, um ein Zeichen für die Wertschätzung der Gaben von Mutternatur setzen möchte, darf das Engagement nicht an der Kühlschranktür enden.

Podiumsdiskussion mit Verbraucherschützern und Vertretern der Wirtschat zum Mindesthaltbarkeitsdatum, Wegwerfstop und weitere politische Dimension der Lebensmittelverschwendung.

 

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