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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Forum Capacity Building Würzburg

Forum Capacity Building Würzburg

26. November 2018 - von Ulrike Lohr - 0 Kommentare

Jedes Jahr im November treffen sich Vertreter*innen der deutschsprachigen Förderkreise beim Forum, einer Tagung für Vorstände und Mitarbeitende der Oikocredit-Förderkreise. Diesmal widmet sich das Forum dem Thema „Capacity Building bei Oikocredit – Kernelement oder Sahnehäubchen?“.

Zumindest diese Frage ist schnell geklärt. Während der Vorstellungsrunde sollen sich alle gruppieren: In Türnähe, wenn sie Capacity Building für ein Kernelement halten, oder beim Fenster, wenn sie der Meinung sind, das Ganze ist eher ein Sahnehäubchen. Da die Moderatorin die Ansage gemacht hat, wer es für ein Sahnehäubchen hält, stelle sich neben Uli Lohr ans Fenster, bleibe ich stehen – als Einzige, begleitet von meiner Kollegin, die eher aus Solidarität bei mir bleibt. Aber auch wir zwei sind letztlich überzeugt, dass uns die Strategie einer engen Betreuung der Partner und nachfrageorientierten Angeboten zur Weiterbildung die richtige ist.

Trotzdem gehen wir mit vielen Fragen in die inhaltliche Arbeit: Welche Partner erhalten Capacity Building? (die, die begründete Anfragen stellen oder die, bei denen wir Bedarf feststellen). Welche Themen und Inhalte werden angeboten? (Für Finanzdienstleister: Kundenschutz, Unternehmensführung und Risikomanagement und als Pilotprojekt Gendergerechtigkeit, für Landwirtschaftspartner: Preisrisikosteuerung, gute Geschäftsführung , Produktionstechniken und umweltschonende Produktionsweisen). Wie funktionieren die Trainings genau? (mit mehreren Modulen zur Einführung und Vertiefung).  Warum müssen die Partner einen kleinen Teil der Kosten selbst tragen (weil die Erfahrung zeigt, dass die Trainings dann viel besser angenommen und umgesetzt werden). Gleich drei Expertinnen von Oikocredit International stellen sich unseren Fragen: Ging Ledesma, Direktorin für Soziales Wirkungsmanagement und Anlegerbetreuung, Kawien Ziedses des Plantes, stellvertretende Leiterin der Abteilung Soziales Wirkungsmanagement und Yolirruth Nuñes aus Lima, Peru, Oikocredit-Regionaldirektorin für Soziales Wirkungsmanagement und Koordinatorin für Capacity Building in Südamerika.

Am späten Nachmittag ist Roman Barboza, Geschäftsführer des peruanischen Kleinbauernverbandes Selva Andina, im Webinar zugeschaltet. Er und der Präsident seines Verbands haben an zwei von drei Trainingsmodulen zur Kalkulation und Planung von Preis-Risiken teilgenommen. Sein Fazit: Unsere Kooperative ist jetzt viel besser in der Lage, die Verkaufspreise unseres Kaffees zu planen und wir sind viel weniger den Schwankungen der Weltmarktpreise ausgesetzt. Und er ist schon sehr gespannt auf Modul drei für „Experten“, an dem sie natürlich auch teilnehmen werden. Ich find es großartig, dass wir mithilfe der Technik einen Partner aus einer kleinen Stadt im Norden Perus quasi mit uns am Tisch sitzen haben. Auch das ist Globalisierung.   

An Tag zwei stehen Austausch und der Blick über den Tellerrand auf dem Programm. Nina Hildebrandt vom Deutschen Genossenschaftsverbands- und Raiffeisenverband stellt ihre internationalen Programme vor. Es gibt viele Überschneidungen, vielleicht ja sogar mögliche Kooperationen für die Zukunft? Bernward Causemann von FAKT gGmbH erläutert, warum Wirkungsorientiertes Capacity Building die Teilnehmenden in den Mittelpunkt stellt und von deren Wünschen, Wissen und Bedürfnissen ausgeht. Was das genau bedeutet, lerne ich in einer Übungseinheit des Capacity Building-Angebots von Oikocredit für Kaffeegenossenschaften: „Preis-Risiko-Management“. Yolirruth Nuñes, die die Entwicklung dieses Angebot geleitet hat, legt uns zu Beginn zwei Verträge über den Verkauf von Kaffeebohnen vor. Einen auf Englisch, einen auf Spanisch. Als jemand einwendet, dass das verknappte Klauseln seien, die ohne Erläuterungen nicht zu verstehen seien und ein Vertrag außerdem noch auf Spanisch sei, zuckt sie nur kurz die Achseln: „Das geht den Bauern genauso. Nur können die kein Englisch. Aber wenn sie ihre Ernte verkaufen wollen, müssen sie solche Verträge unterschreiben. Unsere Aufgabe ist es, ihnen zu helfen, die Verträge zu verstehen und Preise und Risiken einschätzen und kalkulieren zu lernen.“ Dass dies möglich ist, auch ohne einen Abschluss in Jura zu haben, zeigt sie uns in der nächsten Stunde Stück für Stück, indem sie uns die Inhalte selbst erarbeiten lässt.

Am Samstagnachmittag trennen sich unsere Wege. Im Gepäck habe ich eine Menge neuer Eindrücke. Und die Gewissheit: Sahnehäubchen sind was für heiße Schokolade, aber nicht für Oikocredit, für das das Capacity Building strukturell zum Konzept der Zusammenarbeit mit den Partnern gehört.  

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