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Exportmanager des Oikocredit-Partners Norandino zu Besuch in Süddeutschland

Exportmanager des Oikocredit-Partners Norandino zu Besuch in Süddeutschland

6. März 2018 - von Eberhard Proissl - 0 Kommentare

Santiago Paz López der Exportmanager der nordperuanischen Genossenschaft Norandino, reiste kürzlich durch Süddeutschland, besuchte dabei auch verschiedene Weltläden und informierte in einigen Veranstaltungen über aktuelle Entwicklungen seiner Genossenschaft.

Santiago Paz López, erzählte bei seiner Reise, wie sich die Lebensverhältnisse der Kleinbauern in Nordperu in den letzten 28 Jahren grundlegend verbessert haben. Anfang der 90-iger Jahre lagen die Kaffeepreise am Boden und deckten nicht einmal die Produktionskosten ab. Die Kaffeepflanzen und damit auch der Kaffee waren von schlechter Qualität. Die Kleinbauern sahen keine Perspektiven mehr, so dass viele das Land verließen oder Trost im Alkohol suchten. Die Wende kam, als es ab Mitte der 90-iger Jahre gelang, den Kaffee über den fairen Handel zu vermarkten und die Qualität des Kaffees nach und nach zu erhöhen. Vor allem süddeutsche Weltläden waren am Aufbau des fairen Handels beteiligt und sind bis heute partnerschaftlich mit Norandino verbunden, näheres dazu  www.pidecafe.de/.

Santiago Paz López, Exportmanager bei der Oikocredit-Partnerorganisation Norandino, mit Eberhard Proissl, eherenamtlicher Bildungsreferent im Oikocredit Förderkreis Baden-Württemberg.

7.000 Kleinbauern vermarkten ihre Bio-Produkte über den fairen Handel

Inzwischen gehören zur Genossenschaft 7.000 Kleinbauern, die nicht nur Kaffee, sondern auch Kakao und Panela (Vollrohrzucker) produzieren – weitgehend im Bio-Anbau. Norandino vermarktet zurzeit jährlich 5.000 Tonnen Kaffee und jeweils 1.500 Tonnen Kakao und Panela, fast vollständig zertifiziert mit Fairtrade- und Bio-Siegeln. Bei Kaffee ist Deutschland mit einem Anteil von 40 Prozent das wichtigste Exportland, bei Zucker sind es vor allem Italien und Frankreich. Mit der eigenen Kaffee-Verarbeitungsanlage, die von Oikocredit mitfinanziert wurde, verarbeitet Norandino auch für andere Genossenschaften jährlich 25.000 Tonnen Kaffee.

Aufgrund der langfristig gesicherten Erlöse aus dem fairen Handel sind die Bauern in der Lage, in Qualität beim Anbau und bei der Verarbeitung zu investieren. Zu diesem Zweck werden sie von der Genossenschaft und von der mit ihr kooperierenden Beratungsgesellschaft Progreso beraten. Mehr als die Hälfte des vermarkteten Kakaos hat höchste Premiumqualität und gehört damit zu einem Segment von etwa 0,3 Prozent der weltweiten Produktion. Damit kann Norandino trotz eines von wenigen Unternehmen beherrschten Weltmarktes vorhandene Nischen nutzen. Die Nachfrage von qualitätsbewussten Abnehmern, die auch Wert auf soziale und ökologische Kriterien legen,  ist höher als sie befriedigt werden kann. Größere Abnehmer sind dabei Gepa, Rapunzel und Ethiquable. Um die wachsende Nachfrage zu befriedigen, plant Norandino Investitionen, unter anderem eine Fabrik, in der Kakao weiterverarbeitet wird.

Santiago Paz López besuchte bei seiner Rundreise durch Südddeutschland auch Ludwigsburg.

Verbesserte Lebensverhältnisse für Kleinbauern

Norandino zahlt den Kleinbauern Erlöse, die etwa das Doppelte des stark schwankenden Weltmarktniveaus ausmachen, bei Panela sogar deutlich darüber. Damit können die Kleinbauernfamilien bereits mit einem Landbesitz von 2 ha ein auskömmliches Leben bestreiten. Viele Bauern verfügen aber über größere Flächen, die sie hinzuerwerben konnten. Die Familien verwenden die besseren Einkünfte vor allem dazu, ihren Kindern eine gute Ausbildung, vielfach auch ein Studium, zu ermöglichen. Erfreulicherweise kehren viele junge Menschen nach Ende ihres Studiums auf das Land zurück und manche bringen ihr Wissen bei Norandino ein. Die Kooperative fördert dies durch Vergabe von Stipendien und mit Praktikumsplätzen. Mit den Sozialzuschlägen, die der faire Handel neben den eigentlichen Einkaufspreisen bezahlt, werden Frauenbildungsprojekte und ein Fonds für soziale Härtefälle (z.B. beim Tod von Mitgliedern der Genossenschaft) finanziert.

Kredite für Investitionen und Betriebsmittel

Die Kleinbauern können von der Norandino Spar- und Kreditkooperative Kredite erhalten und finanzieren damit Landerwerbe, Investitionen, Betriebsmittel wie Dünger und erhalten auf Wunsch eine Vorfinanzierung der Ernteerlöse. Diese Kooperative ist ein Mikrofinanzinstitut und stellt ein selbstständiges Unternehmen dar. Die Kleinbauern der Agrar-Kooperative sind in der Regel auch Mitglied der Spar- und Kreditkooperative, die daneben noch weitere Mitglieder hat. Oikocredit ist sowohl Partner und Kreditgeber der Agrar-Kooperative als auch der Spar- und Kredit-Kooperative.  Santiago Paz López bestätigte mir auf Nachfrage, dass ein laufender vertrauensvoller Kontakt mit der peruanischen Geschäftsstelle von Oikocredit bestehe.

Norandino arbeitet vor allem in Norden Perus.

Klimawandel eine große Herausforderung

Ein großes Problem ist der Klimawandel. Nordperu sei dabei die am drittstärksten betroffene Region auf der Erde, bemerkte Paz López. Man reagiert darauf mit einem an trockene Bedingungen angepassten Anbau und mit Wiederaufforstungsmaßnahmen. Erfreulich sei, dass Norandino zunehmend Gehör bei staatlichen Einrichtungen erhalte und so auch bei Naturkatastrophen neben eigenen Hilfen staatliche Unterstützung erreichen könne. In den letzten Jahren habe sich die vom Staat geschaffene Infrastruktur in der Region deutlich verbessert, was auch auf das gewachsene wirtschaftliche Gewicht und Selbstvertrauen der in der Genossenschaft zusammengeschlossenen Bauern zurückzuführen sei.

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