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Ganzheitliche Bildung bei SEKEM

Ganzheitliche Bildung bei SEKEM

10. November 2017 - von Horst Rehfuss - 0 Kommentare

Ganzheitliche Bildung vom Kindergarten bis hinein in die einzelnen Betriebsbereiche ist SEKEM außerordentlich wichtig. Wie das in der Praxis aussieht, wurde den 12 Teilnehmer*innen aus der Schweiz und Deutschland beim OIKOCREDIT-Partnerbesuch am ersten Tag verdeutlicht.

Von der Kinderkrippe über den Kindergarten, die Schule, das Ausbildungszentrum bis zum Medizinischen Zentrum konnte die Gruppe den Geist der SEKEM-Gemeinschaft förmlich einatmen.

Yvonne Floride, die seit 31 Jahren in der SEKEM-Gemeinschaft lebt und arbeitet, hat lebendig und informativ durch den Tag und die einzelnen Abteilungen geführt. Was immer wieder zur Sprache kam, war die Leidenschaft des Gründers Dr. Ibrahim Abouleish, hier in der Wüste Lebensraum zu schaffen, aber auch dessen konsequente Art, sich und seine Idee in das Vorhandene zu integrieren. Nicht Konfrontation, sondern die Bedenken der anderen ernst zu nehmen, sie selbst erleben zu lassen, was in der SEKEM-Gemeinschaft geschieht, war Dr. Abouleishs Weg.

 Yvonne Floride erklärt den Besucher*innen von Oikocredit die Arbeitsweise von SEKEM..

Frau Floride erzählte manche Geschichte über die Anfänge, das Suchen nach Lösungen, die Wege, die vergebens waren und die Bereitschaft, immer wieder Neues zu versuchen und nicht beim Bestehenden stehen zu bleiben.

Selma Abouleish führte uns in eine Grundschulklasse. Traditionell ist Frontalunterricht üblich, aber durch eine neue Sitzordnung soll versucht werden, die Selbständigkeit der Schüler*innen zu erhöhen. Stark an die Waldorf-Pädagogik angelehnt, geht es den Lehrer*innen und Trainer*innen darum, den einzelnen Menschen mit seiner je eigenen Art in den Blick zu nehmen und seine Persönlichkeit zu stärken.

Der Singkreis in der SEKEM-Grundschule.

Tamer Badr, ein Werklehrer mit Herz und Seele, zeigte uns seine Holz- und Keramik-Werkstatt und natürlich die Arbeiten seiner Schüler*innen. Für ihn sei die Arbeit bei SEKEM zu einer persönlichen Befreiung geworden. „Hier kann ich meine Ideen ausleben und den ganzen Tag mit meiner Kreativität ‚spielen’.“

Der Werklehrer Tamer Badr zeigt seine Holz- und Keramik-Werkstatt.

Sarah Abouleish baute die Kinderkrippe auf. Die Anregung sei von schwangeren Mitarbeiterinnen gekommen, die nach der Geburt ihrer Kinder gerne weiter gearbeitet hätten. Normalerweise blieben junge Mütter aber zu Hause und würden die Kinder aufziehen. So wurde das Konzept entwickelt, Kinder ab 3 Monaten in die Krippe aufzunehmen, den arbeitenden Müttern aber Gelegenheit zum Stillen zu geben.

Dank der Kinderkrippe von SEKEM können Mütter weiterhin arbeiten gehen.

Ebenso engagiert sich Sarah Abouleish in der Heilpädagogik und entwickelt sie mit den Lehrer*innen weiter. Derzeit besuchen v. a. Kinder und Jugendliche mit geistigen Defiziten diese Abteilung. Die Jugendlichen können eine vereinfachte Ausbildung mit einem zertifizierten Abschluss durchlaufen. Dies ermöglicht ihnen auf Grund staatlicher Regelungen eine Anstellung zu finden.

Jugendlicher in der Heilpädagogik

Im Ausbildungszentrum gibt es die Ausbildungsgänge in den Bereichen Holz, Metall, Elektro und Textil. Außerdem gibt es eine übergreifende Abteilung Ecoenergy. Pro Jahr werden insgesamt 30 – 40 Jugendliche in die Ausbildung aufgenommen.

Eine Geschichte zum Schluss: Viele Kinder in Ägypten brechen nach den ersten Jahren die Schulbildung ab und arbeiten mit 9 oder 10 Jahren als Tagelöhner in der Landwirtschaft. So kamen eines Tages auch welche zu SEKEM, um nach Arbeit zu fragen. Wie damit umgehen? Herr Abouleish löste das Problem so: Er konnte natürlich das allgegenwärtige Problem der Kinderarbeit nicht lösen. Und Kinder oder deren Familien brauchten ja auch das Geld. Also gab er den Kindern am Vormittag Arbeit auf den Feldern. Danach gab es Mittagessen und nachmittags mussten sie zur Schule. Da diese Kinder anfangs Kamillenblüten pflückten, wurden die arbeitenden Kinder ab da die „Kamillen-Kinder“ genannt. Eines der ersten „Kamillen-Kinder“ hat inzwischen einen Hochschulabschluss.

Die Geschichte und die „nackten“ Zahlen von SEKEM können auf deren Homepage nachgelesen werden.

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