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Frauen im Fokus. Oikocredit-Anlegerin besucht Sekem in Ägypten

Frauen im Fokus. Oikocredit-Anlegerin besucht Sekem in Ägypten

28. November 2016 - von Carla Bergmann - 1 Kommentar

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Eine Woche ist vergangen seit unserer Rückkehr von der vollen Woche bei der Oikocredit-Partnerorganisation Sekem. So viele Eindrücke gab und gibt es zu „verdauen“. Vieles ist von den anderen Teilnehmer*innen schon geschrieben worden und hier und da veröffentlicht. Darum möchte ich vor allem auf einen Aspekt eingehen, auf den ich mein besonderes Augenmerk gerichtet habe: Was sehe ich von den Frauen, welches Bild zeigt sich mir? (mir als einer, die von außen nur betrachtet, wegen der sprachlichen Barriere zumeist nicht das Gespräch aufnehmen kann?)

Da sind die Erzieherinnen in der Kinderkrippe und in den Kindergartengruppen für die kleinen und die größeren Kinder. In ihrer liebevollen Zuwendung zu den Kindern strahlen sie so viel Freude für ihren Beruf aus. Ich gewinne den Eindruck, dass die Waldorfpädagogik vielleicht auch ihnen die Welt neu eröffnet hat. Bei Sekem werden alle, die im pädagogischen Bereich arbeiten, immer wieder zusätzlich im musikalischen und künstlerischen Bereich weiter- und fortgebildet. So kann die Idee des ganzheitlichen Menschenbildes, das auch viel Nahrung für die Seele braucht, mit der Zeit verinnerlicht und dadurch als ein Teil des eigenen Ichs weitervermittelt werden.

Viele Lehrerinnen aber auch viele Lehrer arbeiten im Grundschulbereich. Das fällt auf, wenn man aus Deutschland kommt. Die Klassen sind gemischt, mit unter 30 Kindern nicht zu groß und die Mädchen melden sich genauso „heftig“ wie die Jungen, sie trauen sich, forsch nach vorn an die Tafel zu treten, um ihren Part beizutragen.

So zeigen sich auch die Klassen in den weiterführenden Jahrgängen, alle sind gemischt. Einige Mädchen (und eine Lehrerin!) treffen wir auch in den handwerklichen Ausbildungszweigen, wo es um die Werkstoffe Holz, Eisen, Elektrizität und Elektronik geht. Dies ist eine neue und sehr erfreuliche Entwicklung an der Schule in Sekem, zumal dies nur möglich ist, wenn auch die Eltern hinter so einer Entscheidung stehen. Letztendlich geht es ja auch um die Entscheidung, in welchem Beruf die Tochter später dann auch Arbeit finden kann. Ebenso schön zu beobachten ist das unkomplizierte Miteinander von Schülerinnen und Schülern auf den verschiedenen – schön gestalteten – Schulhöfen, den Wegen zu den Klassen oder zu den Bussen bei Schulschluss am Nachmittag.

Bei unseren Besuchen in den Arbeitszweigen: auf der Farm Adleya, den Firmenzweigen „Lotus“, „ISIS Organic“ und „Nature tex“ zeigt sich das gleiche Bild: In hellen Räumen umfängt uns jeweils eine freundliche, ruhige Atmophäre. Frauen und Männer gehen gleichermaßen – im selben Umfeld – ihrer Arbeit nach. Es ist nicht so, dass für Frauen nur diese und für Männer nur jene Arbeiten bestimmt sind. Deswegen ist auch die Bezahlung je nach Art der Arbeit für Frauen und Männer gleich.

Als Besucherin habe ich die Tradition des „Morgenkreises“ für alle als etwas sehr Schönes erlebt. Zu Beginn des Tages, vor dem Beginn des Unterrichts in der Schule, vor dem Arbeitsbeginn in den verschiedenen Werkhallen, auch an der Uni, treffen sich alle und stellen sich in einen großen Kreis, hören einen Text oder ein Lied, das von einer Gruppe oder allen gesungen wird, fassen sich an, schwenken die Arme, begrüßen einander und den Tag. Ein freundlicher Beginn und ein Dank, der einen Tag - und mich – auf Dauer positiv verändern kann.

Durch das bunte Leben und Studieren an der Heliopolis Universität am Stadtrand von Kairo führt uns mit viel Schwung Frau Dr. Dalia Khalil. Auch hier habe ich fast den Eindruck, dass die jungen Frauen überwiegen, so sehr fallen sie auf – aber die Zahlen zeigen ein Gleichgewicht.

Auf den Straßen der Stadt herrscht ein unglaubliches Treiben: Dreispurige Bahnen werden fünfspurig befahren, es wird gehupt, Slalom gefahren und dabei telefoniert. Motorräder zu dritt besetzt – auch mit Frau und Kind. Und zwischendrin immer mal wieder eine Frau seelenruhig allein am Steuer ihres Autos – oft mit Handy am Ohr. Etwas deprimierend ist es, vom Bus aus in die Straßen und Gassen der rasant wachsenden neuen Stadtteile zu schauen. Gern wäre ich im schönen baumbestandenen alten Teil von Kairo ein wenig gebummelt, um zu sehen, was das Leben dort ausmacht. Was bedeuten solche großen Unterschiede der Wohn- und Lebensqualität für die Menschen?

Kommentare

  1. Eberhard ProisslEberhard Proissl Wrote on 9. Januar 2017 11:12:44

    Ich finde es vorbildlich, wie SEKEM Frauen fördert und hierzu im letzten Jahr eine Gender-Strategie verabschiedet hat. In den SEKEM-News werden immer wieder Mitarbeiter/innen vorgestellt. Dabei beeindrucken mich vor allem auch die Frauen, wie sie in ihrem Arbeitsalltag die Vision von SEKEM umsetzen, siehe http://www.sekem.com/de/category/menscheninsekem/

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