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Peru: „Ich habe verstanden, welche Verantwortung auf meinen Schultern liegt“

Peru: „Ich habe verstanden, welche Verantwortung auf meinen Schultern liegt“

7. November 2014 - von Ulrike Haug - 1 Kommentar

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Vor drei Jahren habe ich Carina Torres aus Peru zum ersten Mal getroffen. Sie war als Oikocredit-Länderbeauftragte nach Deutschland gereist, um von ihrer Arbeit vor Ort zu berichten. Inzwischen ist sie Agrarexpertin im neu gebildeten Oikocredit-Agrarreferat mit Sitz in Lima. Und sie ist wieder zu Besuch in Deutschland, diesmal um auf einer Veranstaltung des Westdeutschen Förderkreises in Bonn über Landwirtschafts-Finanzierungen bei Oikocredit zu sprechen. 

Gefragt nach ihren Erfahrungen beim Deutschland-Besuch vor drei Jahren, sagt Carina: „Ich habe zum ersten Mal verstanden, wie wichtig die Arbeit von Oikocredit und den Förderkreisen hier ist. Und ich habe verstanden, wieviel Verantwortung auf meinen Schultern liegt: Die Anlegerinnen und Anleger erwarten von mir, dass ich verantwortungsbewusst Finanzierungen an die Oikocredit-Partner vergebe.“

Das Wissen der Agrarexpertin ist weltweit gefragt

Dieses Bewusstsein motiviert sie auch in ihrer neuen Rolle: Als technische Beraterin unterstützt sie ihre Kolleginnen und Kollegen in den Oikocredit-Regionalbüros in aller Welt bei Agrarfinanzierungen – ein Bereich, den Oikocredit stärker ausbauen will. Rund 12 Prozent (80,2 Millionen Euro) der Oikocredit-Finanzierungen gehen derzeit in den Agrarbereich, bis 2017 sollen es 15 Prozent sein.

Die Expertise, die Carina in ihrer Arbeit in Peru gesammelt hat, kann Oikocredit nun gut gebrauchen: Peru ist für Oikocredit eines der Vorzeige-Länder in Sachen Agrarfinanzierung. Neben Mikrofinanzinstitutionen hat Carina in Peru v.a. landwirtschaftliche Genossenschaften betreut, die Kakao oder Kaffee anbauen. Sie benötigen Kapital, um die Ernte ihrer Mitglieder vorzufinanzieren und um Investitionen in neue Kaffeepflanzungen, Maschinen oder Lagerhallen zu tätigen.

Banken scheuen oft vor Agrarfinanzierungen zurück

Doch Banken vor Ort sind oft nicht bereit, den Genossenschaften Kredite zu geben. „Die Banken betrachten die Landwirtschaft als zu riskant aufgrund der Abhängigkeiten von Wetter und Rohstoffmärkten. Außerdem sind die Genossenschaften oft zu weit entfernt von den Banken und sie bieten nicht die üblichen Sicherheiten“, berichtet Carina.

Oikocredit dagegen besucht die Genossenschaften, bietet ihnen maßgeschneiderte Angebote und kennt sich mit den zu finanzierenden Produkten gut aus. „Man braucht für jedes Anbauprodukt spezielles Wissen. Wir konzentrieren uns daher v.a. auf die Finanzierung von Kaffee, Kakao, Getreide, Nüsse, Bananen und Baumwolle.“

Produktion für heimische und Exportmärkte

Ob denn eine Konzentration auf Exportprodukte nicht auf Kosten der lokalen Ernährungssicherung gehe, fragt einer der rund zweihundert Anwesenden. Die Genossenschaften seien froh um den Zugang zu Exportmärkten, erklärt Carina. Vor allem wenn sie über den Fairen Handel verkauften, erzielten sie bessere Preise, die wiederum der Gemeinschaft zugutekämen.

„Die Genossenschaften, die für den Export produzieren, bauen auch immer Nahrungsmittel für den Eigenbedarf an. Im Norden von Peru haben wir z.B. ein Projekt unterstützt, in dem Frauen von Kaffeebauern gelernt haben, wie sie durch den Anbau von Obst und Gemüse ihren Anbau diversifizieren können und zur Ernährungssicherung beitragen können.“ Solche Schulungen, auch „Capacity Building“ genannt, unterscheiden Oikocredit von vielen anderen Investoren, die sich auf die reine Vergabe von Krediten konzentrieren.

In jeder Tasse Kaffee steckt viel Arbeit

Das Leben der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sei hart, weiß Carina. „Oft stehen sie um 4 Uhr morgens auf und arbeiten bis abends 18 Uhr.“ Dieses Bewusstsein möchte sie auch den Anlegerinnen und Anlegern in Deutschland mitgeben: „Hinter jeder Tasse Kaffee und hinter jedem Schokoladenriegel steckt eine Menge Arbeit.“

Arbeit, die auch mit den Geldanlagen aus Bonn unterstützt wird. Die Mitglieder des Westdeutschen Förderkreises, der die Veranstaltung organisierte, haben über 100 Millionen Euro bei Oikocredit angelegt.

Kommentare

  1. Andreas MeschAndreas Mesch Wrote on 18. Dezember 2014 12:46:43

    Hallo Frau Haug, wann ist denn diese Veranstaltung? Öffentlich? Ich habe als "Bauer" Interesse daran. Viele Weihnaschsgrüsse Andreas Mesch

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