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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Mikrofinanz in Afrika: „It's never boring“

Mikrofinanz in Afrika: „It's never boring“

27. Oktober 2014 - von Ulrike Chini - 0 Kommentare

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„It’s never boring“, sagt Jerry Kwo, als ich ihn auf dem Weg durch den Bonner Hofgarten frage, was ihm an der Arbeit mit Oikocredit ihm besonders gefällt. Es ist nie langweilig.

Vor wenigen Tagen ist der gebürtige Kameruner, der heute in Deutschland lebt, aus Kamerun zurückgekehrt. Dort hat der Finanzexperte drei Oikocredit-Partnerorganisationen besucht. Kurzgefasst: Viele Menschen, viele Länder, viele Perspektiven, reger Austausch und wichtige Aufgaben. Spricht’s, und legt sich den grauen Schal ordentich gefaltet um den Hals. Auch wenn er Afrika vermisse – die hierzulande übliche Pünklichkeit und Zuverlässigkeit seien ihm im beruflichen Kontext sehr angenehm, gesteht er.

Jerry Kwo im Bonner Hofgarten

Jerry arbeitet im Team der Microfinance Africa Unit in Amersfoort, deren Aufgabe es ist, die Präsenz von Oikocredit in Afrika zu vergrößern. Eine Art Durchgangsstation, die Länder ohne eigene Oikocredit-Büros betreut, Ausschau nach Ländern hält, in denen Oikocredit aktiv werden kann und sollte, den Markt prüft, Projekte auswählt und fördert. So werden aus „non-focus“-Ländern Fokusländer, die solange begleitet und betreut werden, bis dort eventuell ein Länderbüro etabliert ist.

Nahrung ist auch Energie

An diesem Abend Ende Oktober ist Jerry auf Einladung des Westdeutschen Förderkreises und der VHS bei uns in Bonn zu Gast. Eigentlich ist das Thema der Reihe „Energie für Afrika“, aber man habe für ihn und wegen der Bedeutung von Oikocredit als wichtige am Ort vertretene Organisation eine Ausnahme gemacht, sagt Klaus Thüsing. Er ist Leiter des Deutsch-Afrikanischen Zentrums, das sich seit 2007 u.a. dafür einsetzt, gemeinsam mit Afrikanerinnen und Afrikanern in Deutschland die Entwicklung in ihren Herkunftsländern zu unterstützen.

Man kann nicht behaupten, dass drangvolle Enge herrsche im Saal. Aber diejenigen, die gekommen sind, zeigen deutlich ihr Interesse daran, was Oikocredit mit dem Geld ihrer Anlegerinnen und Anleger tut und haben ein starkes Interesse an Afrika. Mehrere der Teilnehmenden waren schon zu Besuch in der Bonner Partnerstadt Cape Coast in Ghana. Und letztlich geht es bei dem, was Jerry vorträgt, auch um Energie. Sein Thema ist Nahrungssicherheit und Agrarfinanzierung in Afrika. Am Beispiel der Kakaowertschöpfungskette zeigt er auf, wer vor allem Unterstützung braucht und um wen es geht: „Der einzelne Bauer, die einzelne Bäuerin müssen die Gewinner sein.“

Schnell wird deutlich: Besonders in der Landwirtschaftsfinanzierung sind Aufwand und Risiko besonders groß. Mindestens so groß sind der Bedarf an Finanzierungen, Beratung und Schulungen. Wer Nahrung erzeugt, hat wenig Sicherheiten zu bieten, leidet oft unter dem Klimawandel, ist natürlichen Einflüssen ausgesetzt, muss die Zeiten bis zur Ernte überbrücken, braucht Saatgut, Gerätschaften, Lager- und Transportmöglichkeiten, faire Preise auf dem Markt. Darum unterstützt Oikocredit neben sozialen Unternehmen überwiegend Mikrofinanzorganisationen, die bedarfsgerechte Angebote machen, auch Menschen in entlegenen Gebieten erreichen und häufig darüber hinausgehende Projekte für Bildung und Gesundheit haben.

Genossenschaften bedeutsam

Genossenschaftliche Zusammenschlüsse und Strukturen gewinnen auf allen Ebenen zunehmend an Bedeutung, sagt Jerry nachdrücklich. „Genossenschaften sind sinnvoll und mindern die Risiken der Landwirtschaft.“ Und: Sie können politische Kraft entfalten und haben mehr Möglichkeiten, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten.

Er habe sich schon bei seinem Studium in Kamerun besonders für Mikrofinanz interessiert, erzählt Jerry, „Ich konnte ja vor Ort sehen, dass die Menschen Geld brauchten, um eine Existenz aufzubauen, und dass die wenigsten die Chance hatten, etwas zu bekommen.“ Dann habe er in Magdeburg studiert, um Ökonomie und Management zu verbinden. Zwischen Bachelor und Masterstudium war er Praktikant bei Oikocredit International, seit vier Jahren arbeitet er nun dort. Just ist er nach Oberhausen gezogen, zusammen mit seiner Frau, die von dort aus nach Magdeburg fährt, um ihre Promotion in Pädagogik zu beenden, während er es nicht weit hat ins niederländische Amersfoort zur Oikocredit-Zentrale oder sonstwo in Afrika unterwegs ist.

Wie war das Verhältnis zwischen Vorstellung und Wirklichkeit, war die Ankunft in Deutschland ein Schock? Und wie, sagt Jerry. „Ich dachte, alles hier ist einfach, man bekommt alles, ohne etwas dafür tun zu müssen. Alles ist gut. Alle sind reich. Aber so ist es nicht. Man muss sehr viel tun, um etwas zu bekommen. Es ist nicht alles gut und die wenigsten sind reich.“

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